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Jahreszeiten

Im Unterschied zu anderen Tiergruppen, sind Vögel eigentlich immer zu sehen oder zu hören.  Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, warum die "Gefiederten" so beliebt sind.

In der gemäßigte Zone auf der Nordhalbkugel unterscheiden wir vier Jahreszeiten. In den Tropen wird nur zwischen Regen-und Trockenzeit unterschieden, aber auch hier kommt es zu Verschiebungen und starken Änderungen, durch die fortschreitende Klimaerwärmung (s. El Niño Effekt).

Frühling Sommer Herbst Winter

Frühling
Frühling
Sommer
Sommer
Herbst
Herbst
Winter
Winter

Frühling

Die länger werdenden Tage bringen eine steigende Anzahl an Vogelarten, die aus den Winterquartieren heimkehren. Meist kommen die Männchen vor den Weibchen im Brutgebiet an und besetzen die besten Reviere . Besonders Kurzstreckenzieher kehren oft bereits im Februar oder März heim. Bis Anfang Juni ist der Aufbau der Sommervogel-Gemeinschaft in den nördlichen Breiten komplett. Zu den letzten Ankömmlingen gehört u.a. der Sumpfrohrsänger bzw. hoch im Norden verschiedene Watvögel der Tundra.

Da im Frühjahr die Balzzeit der Vögel einen Höhepunkt hat, sind auch die Aktivitäten der Freiland-Ornithologen entsprechend ausgerichtet: das Erfassen und Dokumentieren von Brutpopulationen. Österreichweit finden verschiedene Erhebungen zur heimischen Brutvogelwelt statt, manche Projekte laufen seit vielen Jahrzehnten europaweit ab und dienen der Erfassung von überregionalen Langzeitentwicklungen, auch im Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden Klimawandel.

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Sommer

Der Sommer in der Vogelwelt kündigt viele Veränderungen an: manche nordische Limikolenarten (Kampfläufer, Dunkler Wasserläufer, etc.) sammeln sich bereits im Juni am Rückzug in die Winterquartiere in den Feuchtgebieten der Niederungen und beginnen ins Schlichtkleid zu mausern. Auch Entenarten versammeln sich an traditionellen Mauerplätzen (z.B. Kolbenente am Bodensee bzw. zuletzt verstärkt auch am Neusiedlersee), um ins Schlichtkleid zu mausern. Der Hauptdurchzug der Jungvögel bei den Limikolen fällt in den späten August bzw. September.

In der heimischen Brutvogelwelt ist das Brutgeschäft bis auf alpine Hochlagen weitgehend abgeschlossen. Viele Brutvögel nutzen die noch reichlich verfügbaren Nahrungsquellen um nach der Brut ihr Gefieder zu erneuern (Mauser). Der Mauserverlauf kann am besten im rahmen wissenschaftlicher Beringungsprojekte beobachtet werden.

Der Abzug einer auffälligen Vogelart verläuft sehr unauffällig: die Mauersegler verlassen etwa den Wiener Raum bereits Ende Juli, das Gros meist schon in der vorletzten Woche. Anfang August sind nur mehr einzelne dieser rasanten Flieger an den Brutplätzen, bzw. kehren kurz von ihren langen Flügen zurück. Durchzügler aus dem Norden gibt es noch bis September. Die auffälligen Rufe der durch die Häuserschluchten jagenden Mauersegler (Beispiele von Aufnahmen folgen) sind aber verstummt.

Weitere auffällige Zeugen des schon längst angelaufenen Zuges in die Winterquartiere im Süden, sind die Trauerschnäpper. Die gereihten «bit» Rufe gehören ab Mitte August nicht nur zu jedem Ausflug in die Donau-Auen, sondern sind auch aus den natürlicher strukturierten Grünanlagen unserer Städte und Dörfer nicht weg zu denken.

Die Zunahme der Ruf- und Gesangsaktivität einiger heimischer Singvögel ist nach der Mauser auffällig: Hausrotschwanz, Kohlmeise und Blaumeise singen bzw. rufen wieder, wenn auch weniger intensiv und variantenreich als im Frühling. Das hängt mit ähnlichen Tag-Nacht-Verhältnissen bzw. hormonellen Einflüssen zusammen. In einigen Vogelgruppen werden die Reviere schon im Herbst ausgemacht: Eulen, Meisen und Greifvögel gehören dazu. 

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Herbst

Auch wenn der Herbst astronomisch am 23. September beginnt, kann der Übergang vom Sommer in den Winter auch klimatisch deutlich früher beginnen. Der erste Schnee in den Bergen ist oftmals bereits im August zu erleben. Der Abzug der Sommervögel findet seinen Abschluss. Standvögel bereiten sich auf die Winterzeit vor, Häher und andere Arten legen Vorräte an und verstecken Früchte, Nüsse und Samen. Es erreichen uns aber auch sog. Wintergäste, die bei uns überwintern (Raubwürger, Kornweihe). Im Herbst ist der Vogelzug besonders auffällig. Zu Millionen von ziehenden Altvögeln gesellen sich auch die Jungvögel der vergangenen Brutsaison . Der Durchzug von Jung-und Altvögeln findet bei verschiedenen Arten in zeitlich getrennten Abschnitten statt, was bei den bei Limikolen im Seewinkel eingehend untersucht wurde (Laber, Egretta: 2003)

  • Altvögel ziehen vor den Jungvögeln durch
  • Altvögel unterschiedlicher Populationen ziehen zu unterschiedlichen Zeiten durch (Peaks oder Spitzen in der Statistik der Durchzugserhebungen)
  • Männchen und Weibchen derselben Art können zu unterschiedlichen Zeiten bei uns ihr Durchzugsmaximum haben (Kampfläufer, Dunkler Wasserläufer,...)

Der Einzug der Saatkrähen im Wiener Becken ist ein Spektakel, das pünktlich Mitte Oktober stattfindet. Vor dem Winter ziehen in mehreren Phasen Drosseln zum Teil sehr massiert entlang der Alpen, bzw. an deren Rändern in den Süden. Die hohen Rufe der Rotdrossel gehören zu einem häufig zu hörenden Geräusch in guten Zugnächten Ende Oktober/Anfang November. Die Vögel sind auch in den Siedlungen und in der Stadt nicht zu überhören, wenn man sie erst einmal kennengelernt hat.

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Winter

Der Winter ist die restriktive Zeit in unseren Breiten. Viele Arten haben ihre Sommerquartiere verlassen und "überwintern" im tropischen Sommer oder milderen Gebieten rund ums Mittelmeer, seltener am Atlantik. Der Frost und der Schnee reduzieren das Nahrungsangebot stark und erfordern von den ausharrenden Arten spezielle Anpassungen an die Nahrungssuche (etwa Energiehaushalt bei Wintergoldhähnchen und Zaunkönig). Zaunkönige können frühmorgends beim Verlassen des Gemeinschaftsschlafplatzes beobachtet werden.

Winterliche Betätigungsfelder der Vogelfreunde sind u.a. die monatlichen Wasservogelzählungen, Zählung der Wintergänse im Neusiedlersee-Gebiet und anderen Feuchtgebieten, die Seeadlerzählung (WWF Österreich), lokale Greifvögelzählungen (meist Linientaxierungen), Raubwürgerzählungen. Im Winter können auch bevorzugt Habitat-Management-Maßnahmen umgesetzt werden: Im Seewinkel werden von der Nationalparkverwaltung allzu invasiv wachsende Ölweiden und andere Büsche aus den Hutweiden und Rest-Steppenvegetationsflächen entfernt. Es können auch Erdbewegungen zur Errichtung neuer Wasserflächen und Beobachtungsplätze durchgeführt werden.

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