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Der Falke 2012-03 März
Vogelstimmen lernen
Fulminanter Start von Ornitho.de
Magellangänse auf den Falklandinseln
Seggenrohrsänger in Ungarn
80 Jahre Vogelschutzwarte Steckby
Volker Zahner:
Expertentipps: Vogelstimmen lernen
Für die Bestimmung vieler Vogelarten ist es oftmals erforderlich, die Gesänge und Rufe von Vögeln zu erkennen. Bei den meisten Vögeln wird eine Artansprache über die Stimme häufig erleichtert. Denken Sie nur an Sprosser oder Nachtigall, Sumpf- oder Weidenmeise, oder die lange Liste der Rohrsänger. Auch wird der Hörgenuss für viele von uns größer, wenn man weiß, welcher Vogel gerade singt und ein Vogelstimmenkonzert in viele „Solosänger“ aufgeteilt werden kann. Aber wie fängt man damit an, Vogelstimmen zu lernen? Wir haben bei jemandem nachgefragt, der es wissen muss: Prof. Dr. Volker Zahner von der Hochschule Weihenstephan bringt seit vielen Jahren Studentinnen und Studenten das Erkennen von Vogelstimmen bei. Seine Erfahrungen hierbei hat er mit uns geteilt.
Zsolt Végvári, Martin Flade:
Aufstieg und Fall: Seggenrohrsänger in Ungarn
Der Seggenrohrsänger ist die seltenste ziehende Singvogelart in Europa. Die Bestände dieser ehemals in Seggenmooren häufi gen Vogelart haben im Verlauf des 20. Jahrhunderts sehr stark abgenommen. Die Hauptgründe hierfür sind Lebensraumverlust durch Entwässerung und Torfabbau sowie die Intensivierung der Landwirtschaft, in jüngster Zeit auch zunehmend die Aufgabe extensiver Nutzungsformen. Die einzige Population des Seggenrohrsängers in Ungarn lebt seit 1971 im Nationalpark Hortobágy östlich des Flusses Theiß. Die Bestandszahlen nahmen zunächst stark zu, mit einem Maximum von über 700 singenden Männchen. Seit dem Jahr 2000 jedoch hat sich der Trend gewendet – die Zahlen sind rückläufig mit größeren Fluktuationen. Großfl ächige Überflutungen, Feuer im Bruthabitat und vermutlich Habitatverluste in den afrikanischen Überwinterungsgebieten gelten als mögliche Faktoren für diesen Bestandsrückgang.
Anja Gladbach, David Gladbach, Juan F. Masello, Petra Quillfeldt:
Brutbiologie: Magellangänse auf den Falklandinseln
Die ersten Tiere, die ein Besucher bei der Landung auf dem Flughafen Mount Pleasant unweit der Hauptstadt der Falklandinseln zu Gesicht bekommen wird, sind Magellangänse. Als Pärchen, Familie oder in größeren Gruppen von Nichtbrütern grasen sie rund um das Rollfeld, angezogen vom kurz gehaltenen Rasen und kleinen Wasserpfützen. Der unerfahrene Tourist würde sie wahrscheinlich für zwei verschiedene Gänsearten halten, so grundlegend wie sich Männchen und Weibchen bei dieser Art voneinander unterscheiden. Magellangänse mit ihrem extremen Sexualdimorphismus könnten somit ein gutes Modellsystem zur Erforschung von speziell weiblichen sexuellen Signalen dienen.
Beobachtungstipp:
Christian Wagner, Christopher König, Christoph Moning, Felix Weiß:
Der Urbacher Bergrutsch in Baden-Württemberg – Streuobstwiesen auf wackeligem Grund
Anita Schäffer:
Blütenknospen und Balzrituale: Gimpel
Gimpel sind allgemein bekannt und aufgrund ihrer kompakten Gestalt, schwarzen Kappe und roten Brust der Männchen leicht zu erkennen. Die Anwesenheit solch auffälliger Vögel im eigenen Garten kann nicht schwer zu bemerken sein, sollte man meinen. Immer häufiger brüten Gimpel in besiedeltem Gebiet in Gärten, Parks und Friedhöfen. Zur Brutzeit jedoch sind sie sehr heimlich und verraten sich auch nicht durch lauten Gesang. Im Winter kann man Gimpel gut an Futterstellen beobachten und Einblicke in ihr Sozialverhalten erhalten.
Johannes Wahl, Christopher König:
Spannende Einblicke in die Vogelwelt: ornitho.de mit fulminantem Start
DER FALKE hatte bereits ausführlich darüber berichtet (2010, H.4 und 2010, H.12), am 30. Oktober 2011 war es schließlich soweit: Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) wurde ornitho.de offiziell gestartet. Seit dem Start hat das Portal einen ungeahnten Zuspruch erfahren: Bereits Anfang Januar war die Marke von 3000 Melderinnen und Meldern überschritten, mehr als eine halbe Million Datensätze wurden übermittelt. Wir können daher wahrlich von einem Aufbruch in ein neues Zeitalter für die avifaunistische Datensammlung sprechen.
Gunthard Dornbusch, Stefan Fischer, Kai Gedeon:
80 Jahre Vogelschutzwarte Steckby
Vogelschutzwarten gehören zu den ältesten Einrichtungen des staatlichen Naturschutzes in Deutschland. Die Staatliche Vogelschutzwarte in Steckby an der mittleren Elbe wurde bereits 1920 von Max Behr gegründet und erhielt vor genau 80 Jahren ihre staatliche Anerkennung als Vogelschutzstation. Die Aufgaben der Steckbyer Station haben sich seitdem erheblich gewandelt, sind aber aktuell unverzichtbarer denn je.
Hans-Dieter Hamel:
Fotomotive in Odessa: Gefangene Adler
Christian Fackelmann:
Turmfalken brüten in Ölförderpumpen
Veröffentlichungen:
Lingenhöhl, D.: Vogelwelt im Wandel – Trends und Perspektiven
Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Helgoland (Hrsg.): Ornithologischer Jahresbericht Helgoland, Band 21, 2011
Wimmer, N. & V. Zahner: Spechte – Ein Leben in der Vertikalen

